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Einführung in die Statistik

 

 

Dieser Beitrag ist im Rahmen zweier Vorlesung "Statistik für Biologen" an der Freien Universität Berlin entstanden. Die Inhalte können aber im wesentlichen auch in einem Leistungskurs zur Mathematik am Gymnasium verwendet werden. Mein Anliegen bei der Gestaltung der Vorlesung war vornehmlich die Statistik mit den Grundvoraussetzungen des mathematischen Stoffes der Sekundarstufe I herzuleiten und Hand von praktischen Beispielen plausibel und anwendbar zu machen. Nach diesem Kurs sollten die Schülerinnen und Schüler in der Lage sein, Schlussfolgerungen statistischer Aussagen realistisch beurteilen zu können. Sie haben die Möglichkeit das komplette Skript der Vorlesung im pdf-Format herunterzuladen und sich auszudrucken. Zum Laden der pdf-Datei benötigen Sie den aktuellen Acrobat-Reader, den Sie hier kostenlos downloaden können. Folgende Zeilen geben Ihnen einen kurzen Einblick in die Inhalte des Skripts:


Erste wahrscheinlichkeitstheoretische Untersuchungen sind von dem französischen Mathematiker P. S. de Laplace (1749 - 1827) überliefert. Er definierte die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Ereignisses als das Verhältnis der Zahl der günstigen Fälle zu der aller möglichen Fällen . Diese genügt heute nicht mehr den modernen wissenschaftlichen Ansprüchen. Sie werden vielleicht an ein Glückspiel gedacht haben. Problematisch wird es, wenn sie nach der Wahrscheinlichkeit für eine Mädchen- oder Knabengeburt einer schwangeren Frau fragen, wenn das Geschlecht noch nicht feststeht. Sicherlich bereitet es Ihnen keine Schwierigkeiten, von der eventuell für ein Geschlecht diskriminierende Ausdrucksweise ”günstig” zu abstrahieren. Solche Abstraktionen werden aber in der Mathematik methodisch durchgeführt. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen führen Definitionen von Begriffen, die Anleihen aus den nicht immer eindeutigen Vorstellungen aus der alltäglichen Erfahrungswelt machen, zu Verwirrungen. In der Wissenschaftsgeschichte gibt es sogar Beispiele für daraus resultierende Widersprüche. In einer Wissenschaft sollte auch eine größt mögliche Klarheit über die Verwendungsweise der gebrauchten Begriffe hergestellt werden, denn diese gehört auch zum Wissen über den Gegenstand einer Wissenschaft. Zum anderen bedeutet Abstrahieren Absehen vom Unwesentlichen und Hervorheben des Wesentlichen. Dieses verspricht eine größere Palette von Anwendungsmöglichkeiten. Wenn Sie sich nun noch mal nach der Wahrscheinlichkeit für eine Mädchengeburt fragen, so wäre sie nach Laplace 1/2. Statistische Untersuchungen legen aber die Vermutung nahe, daß die Wahrscheinlichkeit geringfügig von 1/2 abweicht. Das ist mit der Laplaceschen Definition nicht so ohne weiteres zu vereinbaren. Völlig unvereinbar damit wäre die Frage nach der Wahrscheinlichkeit für eine gewisse Größe oder Gewicht des neugeborenen Babys. Diese Mängel werden heutzutage durch einen axiomatischen Aufbau der Wahrscheinlichkeitstheorie behoben.

Inhaltsverzeichnis des Skripts

Download des Skripts

 

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